Naturwelterbe im Wandel
Geologische und ökologische Prozesse sowie eine große biologische Vielfalt zeichnen das Wattenmeer seit den Jahren 2009, 2011 und 2014, als ein UNESCO-Weltnaturerbe aus. Es umfasst dabei eine Fläche von ca. 11.500km². Vor ca. 10.000 Jahren entstand dieses außergewöhnliches Gebiet in der Nordsee und grenzt an die Länder Deutschland, Dänemark und die Niederlande an. Es bietet durch unterschiedliche Biotope wie Dünen, Salzwiesen oder dem Watt verschiedenen Lebewesen aus der Pflanzen- und Tierwelt einen Lebensraum. Der Nationalpark Wattenmeer sorgt für den Schutz desselbigen. Die Nordseeinsel Borkum liegt ebenfalls inmitten des (Niedersächsischen) Wattenmeeres.
Seit dem Jahr 2022 klagen die Stadt Borkum sowie mehrere Umweltorganisationen aktiv gegen die bevorstehende Erdgasförderung der Firma One Dyas aus den Niederlanden 20km vor Borkum. Die mittlerweile bestehende Erdgasplattform (seit 2024) sowie die daraus resultierende Erdgasförderung bedrohen direkt an die Erdgasfelder angrenzende Natura 2000-Gebiete sowie noch nicht kartografierte Steinriffe. Das Gebiet des Wattenmeeres ist aufgrund menschlicher Grenzsetzung nicht offiziell betroffen. Diese von Menschen gezogenen Grenzen gelten nicht für die ökologische, geologischen und biologischen Prozesse in den einzelnen Gebieten, sodass der Einfluss der Erdgasförderung trotzdem auch auf offiziell nicht betroffene Gebiete, wie dem Wattenmeer, groß ist. Die Insel Borkum sowie auch weitere Inseln befürchten ebenfalls negative Auswirkungen.
In meinem Forschungsprojekt habe ich mich intensiv mit dem Wattenmeer auseinandergesetzt und war im März 2025 zwei Wochen selbst vor Ort. Ich stellte mir die Fragen: Welche Veränderungen sind durch die Erdgasförderung genau zu befürchten? Sowohl in der Pflanzen- als auch in der Tierwelt? Welche Ängste herrschen bei den Inselbewohner*innen vor und welche Bedeutung hat der Welterbestatus in Bezug auf das Wattenmeer und die Insel Borkum? Welche Beweggründe hat die Firma One Dyas für eine fossile Energiegewinnung, die von vielen Menschen als rückständig betrachtet wird?
Zur Beantwortung meiner Fragestellungen besuchte ich u.a. (Watt-) Führungen, Ausstellungen und Institutionen, um mir einen generellen Überblick über die Thematik und deren Präsenz auf der Insel zu erarbeiten. Außerdem interviewte ich mehrere Personen aus verschiedenen Fachbereichen, um einen besseren Einblick in die Perspektive der Betroffenen zu erlangen.
Am Ende klang der Grundgedanke des Nationalpark Wattenmeer immer wichtiger und herausfordernder: Natur einfach mal Natur sein zu lassen.
