Welterbe als Touristenmagnet?
Die Sagrada Família zwischen UNESCO-Status, Massentourismus und Alltagsleben in Barcelona
2026 ist ein besonderes Jahr für die Sagrada Família in Barcelona. Nach 144 Jahren
Bauzeit wurde sie pünktlich zum 100. Todestag Antoni Gaudís weitgehend fertiggestellt.
Doch das außergewöhnliche Bauwerk ist nicht allein Gaudí zuzuschreiben. Sein Wirken
beschränkte sich vor allem auf die Anfangsphase des Baus. Daher ist auch nicht die
gesamte Basilika Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Werke von Antoni Gaudí“, sondern
lediglich die von ihm entworfene Krypta sowie die Geburtsfassade.
In der heutigen Wahrnehmung spielt diese Unterscheidung jedoch kaum eine Rolle. Für
die meisten Menschen gilt Gaudí als der Schöpfer der gesamten Sagrada Família.
Gemeinsam bilden er und die Basilika das zentrale Aushängeschild Barcelonas und
ziehen jedes Jahr Millionen von Touristinnen und Touristen an.
In Barcelona regt sich Widerstand – nicht gegen das Bauwerk, sondern gegen den
Massentourismus, der die Bewohner zunehmend belastet. Viele Menschen protestieren
gegen steigende Mietpreise und befürchten, zugunsten des Tourismus aus ihren Vierteln
verdrängt zu werden.
Im Rahmen meines Forschungsprojekts habe ich mich mit den Auswirkungen des
Tourismus auf das Viertel rund um die Sagrada Família beschäftigt. Ziel war es,
herauszufinden, wie die Menschen vor Ort mit den Folgen des Massentourismus leben:
Welche Probleme entstehen durch den Tourismus in ihrem Viertel? Wie gestalten die
Menschen ihren Alltag rund um den touristischsten Ort Barcelonas? Was sind ihre Sorgen
und Bedürfnisse? Und welche Bedeutung hat die Sagrada Família für sie?
Bilder
Ferdinand Droste zu Senden
Fächer
Public History
Forschungsgebiet
Barcelona, Spanien
Koordinaten
41.404, 2.174
Forschungszeitraum
2025/2026
Forschungsfrage
Inwiefern begünstigt die Sagrada Família den Massentourismus in Barcelona und wie wirkt sich dieser auf das umliegende Viertel aus?